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Hausnamen auf dem Tangrintel
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Hausnamen auf dem Tangrintel

Ein Forschungsprojekt des Tangrintler Heimatforscher-Stammtisches und des Kulturstadels Hemau

1. Ausgangssituation
Hausnamen gab und gibt es nicht nur auf dem Tangrintel, sondern auch in vielen anderen Gegenden Bayerns und Deutschlands. Wiewohl sie über Jahrhunderte Teil der Volkskultur waren, kommen sie seit ein paar Jahrzehnten immer mehr außer Gebrauch. Sie geraten dadurch zunehmend in Vergessenheit und sterben schließlich ganz aus. Dieser Prozess ist schon weit fortgeschritten und wird sich in den nächsten Jahren wohl noch beschleunigen.
Hausnamen sind wichtige gesellschaftliche und sprachliche Zeugnisse. Zum einen künden sie meist von längst vergangenen Zeiten und Verhältnissen. Zum anderen führen sie die Urwüchsigkeit und die Gestaltungsvielfalt des jeweiligen regionalen Dialekts vor Augen. Hausnamen sind dadurch nicht nur für Heimatforscher und Historiker sondern auch für Sozial- und Sprachwissenschaftler eine wichtige Quelle.

2. Begriffsbestimmung
Der Begriff „Hausname“ wird oft falsch verwendet und mit dem Begriff „Häusername“ verwechselt. Folgende Begriffsbestimmung liegt dem Forschungsprojekt zugrunde: Der Hausname ist ein Bei- oder Nebenname für Personen (nicht für Häuser!) und wird als Pendant zum offiziellen Schreibnamen verwendet.  Der Häusername hingegen entspricht dem Hofnamen, wie man ihn vor allem in Bauerndörfern findet, und bezeichnete ein Haus oder ein Anwesen.

3.  Ziel
Das Projekt verfolgt ein zweifaches Ziel: die systematische und flächendeckende Dokumentation des heute noch feststellbaren Hausnamen-Bestandes auf dem Tangrintel,  sowie die wissenschaftliche Auswertung der hierbei gewonnen Daten. Dadurch sollen die dauerhafte Sicherung der Tangrintler Hausnamen gewährleistet, neue Erkenntnisse für die Heimatforschung gewonnen und die einheimische Bevölkerung für ein wichtiges Kulturgut sensibilisiert werden.

4. Vorgehensweise
Die letzte umfassende Bestandsaufnahme der Hausnamen wurde in Bayern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchgeführt. Auf dem Tangrintel fand sie in den Jahren 1834-1836 im Zuge der so genannten Liquidation statt. Seitdem sind also gut 170 Jahre vergangen.
Angesichts dessen soll nun möglichst zeitnah in den Gemeindegebieten der Stadt Hemau und des Marktes Painten eine erneute flächendeckende Erfassung der aktuellen Hausnamen erfolgen – bevor diese möglicherweise verloren gehen.
Dazu wäre es wünschenswert, dass sich möglichst viele freiwillige Mitarbeiter finden, die für eine oder mehrere Ortschaften die Erhebung mittels Befragung der Hausbesitzer und unter Verwendung eines einheitlichen Formulars durchführen. Der hierfür entwickelte Erfassungsbogen kann hier eingesehen und heruntergeladen werden.
Die gesammelten Daten würden dann in eine Datenbank eingegeben, in der auch sämtliche Hausnamen von 1835/36 verzeichnet werden sollen. Sowohl der Aufbau dieser Datenbank als auch die dazu erforderlichen Recherchen im Vermessungsamt Hemau würden durch die Projektleiter erfolgen.
Sobald die Erhebung abgeschlossen ist, könnten erste Rückschlüsse auf signifikante Veränderungen der Hausnamen einerseits und deren Langlebigkeit andererseits gezogen werden.
Am Ende würden die gesammelten Ergebnisse auf dieser Internetseite präsentiert und gegebenenfalls auch im Druck vorgelegt werden.

5. Kontaktadressen
- Dr. Thomas Feuerer, Kollersried 3, 93155 Hemau, Telefon: 09491/903002, E-Mail: thomas-feuerer@t-online.de
- Georg Paulus, Kapellenstraße 22, 86558 Hohenwart, Telefon: 08443/8173, E-Mail: Georg.Paulus@gmx.de

Hemau, den 31. März 2007